Another Vampire Story #2

Als Naruto den Kopf hob und Sakura entgegen sah, erkannte er, dass sie nicht allein war. Bei ihr befand sich auch Sai, der völlig verwirrt etwas nachlas. Scheinbar hatte Sakura ihm wieder etwas erklärt, was er nicht begriff. Sie hingegen rollte nur mit Augen und schüttelte den Kopf über sein Unwissen.
Der Tag fing ja gut an.
»Guten Morgen«, wünschte Naruto, als sie bei ihm angekommen waren. Er bemühte sich, zumindest halbwegs gut gelaunt zu wirken. Vorerst sollte ja niemand die Wahrheit erkennen.
»Morgen«, meinte Sakura schlicht. Sie hatte für ›nen Moment verwirrt zu ihm gestarrt und ihn schließlich doch erkannt. »Naruto? Bist du jetzt endgültig zu den Emo`s gewechselt?«, wunderte sie sich.
Ihr letztes gemeinsames Training war 3 Tage her, da sie die letzten 2 Tage im Krankenhaus gebraucht wurde. Zwar hatte er sich auch da schon anders gekleidet, aber es war noch nicht ganz so finster, wie am heutigen Tag.
»Ne, eigentlich nicht«, meinte er unbeeindruckt. Er nahm ihre Worte nicht als beleidigend auf. Würde er sich selbst auf der Straße begegnen, würde er wahrscheinlich ähnlich reagieren und sich fragen, was mit ihm los sei.
»Naruto trägt die Stiefel und die Hose schon seit 4 Tagen, den Pulli seit 3 Tagen und den Rest seit vorgestern«, zählte Sai auf.
»Langsam nimmt es überhand. Ist wirklich alles in Ordnung?«, wollte sie wissen.
»Keine Ahnung«, meinte Naruto müde. Er hatte keine Lust jetzt mit ihr zu debattieren. Sollte sie doch am Abend zu ihm nachhause kommen, wenn er mental wach war. Im Moment wollte er einfach nur schlafen.
Durch Kuramas Sinne konnte er spüren, wie er von Sakura und Sai mit Blicken fixiert wurde, doch keiner von ihnen sagte noch etwas.
Als kurz darauf auch Yamato endlich anwesend war, ging es mit dem Training los. Auch der Anbu hatte ihn besorgt gemustert, hatte aber kein Wort über ihn verloren, sondern direkt angefangen.

Gegen Mittag machten sie eine Pause. Naruto hatte sich eine andere Stelle suchen müssen, denn der Schatten war mittlerweile gewandert. Er brauchte etwas Ruhe und Abstand zu seinem derzeitigen Team. Ihm kam es vor, als würde Yamato mit jedem Tag mehr von ihm verlangen und ihm mehr und mehr zeigen, was für ein Schwächling Naruto doch war.
»Er verlangt nicht mehr. Es sind genau die gleichen Aufgaben und Trainingseinheiten, wie am Anfang. Absolut identisch. Auch die Kampfkraft von Yamato, Sai und Sakura ist absolut identisch. Du bist derjenige, der sich verändert. Du lässt nach«, kommentierte Kurama die Gedanken seines Partners.
»Danke, jetzt fühle ich mich Erstrecht wie ein Schwächling«, telepatierte der Blonde zurück.
»Wenn man deine derzeitige Zwangsdiät betrachtet, ist es schon erstaunlich, dass du bisher noch so gut mithalten kannst. Andere wären bereits so am Ende, die könnten sich keinen Millimeter mehr bewegen«, verglicht der Fuchs.
Aus der Sicht betrachtet, war es wirklich ein Wunder. Da musste Naruto dem Fuchs zustimmen.
»He Naruto«, erklang eine Stimme vor ihm, die er in den letzten Wochen schmerzlich vermisst hatte und als Naruto aufsah, erkannte er Kakashi vor sich stehen, der ihn mit überaus besorgten Blicken musterte.
»Ich hab dich vermisst. Dachte, du besuchst mich im Krankenhaus, aber nach ein paar Tagen warst du wie vom Erdboden verschluckt«, sprach der Ältere weiter, als von Naruto keine weitere Regung kam, außer dass er offenbar zu ihm aufsah.
»Wenn Sakura mir nicht regelmäßig berichtet hätte, was ihr so macht, hätte ich eine Vermisstenanzeige für dich rausgegeben«, meinte Kakashi weiter, aber es kam noch immer kein Laut von Naruto. Stattdessen senkte der Blonde wieder den Kopf.
Naruto fühlte sich schlecht. Jetzt noch mehr als zuvor. Er hatte Kakashi oft besuchen wollen, hatte sich nur nicht getraut. Im Krankenhaus liefen Ärzte rum und er hatte Angst davor gehabt, dass sie ihn dort ans Bett fesseln. Er mochte keine Ärzte und er hasste es, wenn er über längere Zeit im Krankenhaus bleiben musste. Sein Zustand war mittlerweile jedoch derart unterirdisch, dass er die grauenhafte Befürchtung hatte, dass ihm bald nichts anderes mehr übrig blieb, als dort einzuchecken.

Weil Naruto es offenbar vorzog ihn anzuschweigen, drehte Kakashi sich seufzend zum Rest des Teams, die ihn alle nur anstarrten. Sakura war deutlich besorgt und wusste ebenfalls nicht, was sie noch mit Naruto machen sollte. Sai wirkte eher neutral und Yamato war bereits am Vorabend bei ihm gewesen und hatte Kakashi in allen Einzelheiten davon berichtet, was er von Narutos derzeitiger Verfassung und seiner stetig abfallenden Leistung hielt. Und auch von dessen neuen Klamotten.
Irgendwas stimmte mit Naruto nicht und sie konnten sich keinen Reim darauf machen, was es war.
Schließlich wand sich Kakashi wieder zu Naruto und hockte sich vor den Jungen. Er wollte ihm in die Augen sehen, doch dafür musste er zunächst unter die Kapuze sehen können. Und was er sah, gefiel ihm gar nicht. Was auch immer den Jüngeren bedrückte, es schien so extrem zu sein, dass seine wenigen Worte schon ausgereicht hatten, um den sonst so fröhlichen Blonden völlig aus der Bahn zu werfen. Zumindest konnte er es sich nicht anders erklären, dass der Junge plötzlich weinte.
»He Naruto. Bitte sieh mich an«, bat er den Jüngeren, doch Naruto reagierte nicht.
»Naruto?«, versuchte Kakashi es weiter.
Vorsichtig griff er mit einer Hand nach dem Kinn des Jüngeren und versuchte es etwas anzuheben, damit Naruto ihn ansehen musste. Darauf griff er mit der Anderen nach der Sonnenbrille und nahm sie ihm ab. Geschlossene Augen präsentierten sich ihm, leicht zuckend. Zudem bemerkte er, dass Narutos gesamter Körper bebte. Nicht stark, aber doch spürbar.
»Bitte mach die Augen auf, Naruto«, bat er nochmals.
Zunächst geschah nichts. Mal abgesehen davon, dass mehr und mehr Tränen über das schmale Gesicht des Jüngeren lief. Kakashi überflog es kurz und erkannte sehr schnell, dass Naruto abgenommen haben musste. Schockierend viel sogar. Zudem wunderte ihn, dass die Narben irgendwie unauffindbar waren. Sonst zeigten sich auf jeder Wange drei von ihnen, jetzt konnte er sie jedoch nicht mehr erkennen. Der Bursche wirkte, als wäre er absolut makellos. Dazu strahlte er etwas aus, was Kakashi unpassend anziehend fand, die unnatürliche Blässe und die deutlichen Abmagerungsanzeichen verstörten ihn allerdings.
Als Naruto die Augen dann doch öffnete, war Kakashi zunächst geschockt. Kurz darauf ließ er das Kinn los und fiel erschrocken nach hinten auf den Hosenboden. Diese Augen waren derart anders, dass Kakashi sich nicht mehr sicher war, ob das wirklich noch Naruto war. Aber auch der Kyuubi konnte es nicht gewesen sein. Zwar wirkten die Augen rot, aber auf eine vollkommen andere Art, als er es vom Fuchs kannte.

Naruto hatte durch Kurama deutlich gespürt, wie Kakashi ihn musterte und mit was für Blicken er ihn betrachtete und für den Moment war es auch in Ordnung. Den erschrockenen Anblick, der sich ihm bot, als er sich durchringen konnte, die Augen zu öffnen, konnte er allerdings nicht ertragen, weshalb er dem Älteren die Sonnenbrille entriss und weglief. Auf direktem Weg nachhause, um sich in sein Kissen zu drücken und dort unter Tränen zusammenzubrechen.
Für Naruto war Kakashi einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben und dieser Anblick hatte sich für ihn angefühlt, als würde man ihm das Herz aus der Brust reißen. Er wusste selbst nicht einmal, warum er so überreagierte. Bei jedem Anderen hätte er es locker nehmen können, doch nicht bei ihm.
»Du bist in ihn verknallt«, kommentierte der Fuchs die Gedanken seines Jinchuurikis.
»Ja klar«, dachte sich Naruto. Er glaube nicht, was der Fuchs sagte. Wann sollte er sich denn verliebt haben? Und das auch noch in Kakashi. Der war immerhin ein Mann! Sowas ging doch gar nicht.
»Doch, sowas geht. Es gibt viele homosexuell veranlagte Menschen und es kommt sogar in der Tierwelt vor. Für mich ist das kein neues Thema. Du bist halt schwul. Da kannst du nichts für und dafür musst du dich auch nicht schämen«, erzählte Kurama.
»Aber … seit wann?«, wollte Naruto wissen. Ihn verwirrte alles viel zu sehr.
»Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, du hast dich damals schon in ihn verkuckt. Früher warst du immer hinter Sakura her, aber es fing schon kurz nach den Genin-Prüfungen an, dass sie dir völlig egal war. Du hattest nur noch Augen für Kakashi, hingst regelrecht an seinen Lippen, wenn er etwas erklärte, und hast dich zudem furchtbar aufgeregt, wenn er nicht pünktlich war. Du warst immer happy in seiner Nähe. Hast dich mehr gefreut als gewöhnlich, wenn du von ihm gelobt wurdest und es hat dich auch mehr gewurmt, als es sollte, wenn es mal kein Lob gab. Oder auch, wenn du etwas gar nicht verstanden oder geschafft hast«, zählte der Fuchs auf.
Naruto konnte nicht fassen, was der Fuchs ihm erzählte. Konnte es wirklich sein, dass er sich in Kakashi verliebt hatte? War er vielleicht sogar deswegen nicht im Krankenhaus gewesen? Weil er nicht gewollt hatte, dass Kakashi ihn so sieht? Und zerriss es ihm deswegen innerlich, wie Kakashi auf seinen Anblick reagiert hatte?

2 Gedanken zu „Another Vampire Story #2“

  1. Hey,
    ein super Kapitel^^.
    Ich finde es richtig süß wie sich Narus Gedanken gestalten. Das Kurama Naruto so einen detaillierten Bericht über seine Gefühle geben kann find ich total sympathisch und bei der stelle musste ich auch schmunzeln ^^.
    Allerdings hoffe ich auch das sich Naru bald Hilfe holt.
    Lg

  2. Hi, lässt sich wieder flüssig lesen.

    Armer Naruto, wenn er wüsste was ihm noch so blüht,
    aber gut bald hat Er es ja überstanden, denn das du ihn nicht sterben lässt, steht außer frage.

    Bis demnächst.

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