Another Vampire Story #7

Naruto wusste nicht so recht, was er dazu sagen sollte und kaute stattdessen lieber auf seiner Unterlippe herum, bis sich etwas Spitzes hinein bohrte und er überrascht bemerkte, was er da eigentlich machte. Und wieso hatte er auf einmal Zähne? Er hatte doch vor kurzem erst alle ausgespuckt.
Noch während er darüber nachdachte, lief ihm die Flüssigkeit in den Mundraum und er schmeckte den leicht metallischen Geschmack seines eigenen Blutes und stellte verwundert fest, dass es viel intensiver schmeckte, als gewohnt war.
»Naruto? Was ist los?«, wollte Kurama wissen, da er die Verwirrung in seinem Partner bemerkt hatte.
»Ich hab voll wenig Blut im Körper«, stellt Naruto nüchtern fest.
»Woher weißt du das?«, fragte Tsunade verwirrt.
»Ich hab mir gerade auf die Lippe gebissen und kann das irgendwie in meinem Blut schmecken, dass ich eigentlich zu wenig davon hab«, erklärte der junge Vampir.
»Hm, analysierende Fähigkeit. Das könnte darauf hindeuten, dass du auf einem der beiden Heilerpfade wandelst«, meinte Danzo.
»Ich und heiler?«, wunderte sich Naruto. Er hatte bisher nicht einmal den grundlegenden Inhalt des ganz einfachen »Erste Hilfe Kurs« verstanden. Wie sollte er da zu mehr fähig sein, als einen Verband anzulegen.
»Bei den Vampiren gibt es verschiedene Unterarten und zwei davon sind heilende Pfade«, erklärte die Mumie gelassen.
»Ich bin ein Vampir?«, fragte Naruto verwirrt. Wie war das denn passiert? Als er einem über die obere Hälfte seines Kiefers leckte, stellte er fest, dass er derzeit fast genau so viele Zähne hatte, wie vorher auch. Nur waren zwei der Vorderen etwas spitzer als zuvor. »Naja, die passenden Fangzähne hab ich ja jetzt«
»Shizune, gibst du ihm bitte das Blut?«, bat Tsunade ihre Schülerin.
»Natürlich«, meinte sie und trat sofort zu Naruto ans Bett, um ihm einen Becher zu bringen. »Bitte sehr. 500 Milliliter Blut, frisch aus der Kühlung unserer Blutkonserven«, meinte sie lächelnd.
»Und in einem geschlossenen Becher mit Trinkhalm ist es, weil?«, fragte Naruto verwundert.
»Naja. Ich wusste nicht, wie begeistert du vom Bluttrinken sein wirst, daher dachte ich mir, fürs erste Mal, wäre so vielleicht besser. Kennst es ja, das Auge isst mit. So siehst du wenigst nicht, was es ist«, versuchte sie zu erklären.
Naruto sagte nichts weiter dazu, nahm stattdessen den Becher entgegen und trank einen Schluck. Darauf schaute er verdutzt. »Das ist von Kakashi«
»Ach echt?«, fragte Shizune überrascht. »Hätte ich jetzt nicht sagen können. Außer die Blutgruppe, die hätte ich gewusst«
»Blutgruppe 0, Alter 30 Jahre und dann schmecke ich noch irgendwas raus, dass ich nicht zuordnen kann. Und es definitiv Kakashi«, meinte Naruto darauf und trank weiter, bis der Becher leer war. So seltsam er es auch fand, dass er jetzt so viel von dem Typen in seinem Körper hatte, von dem Kurama meinte, Naruto wäre in ihn verliebt, so intensiv merkte er auch, dass es seinem Körper unendlich gut tat, dass er dieses Blut bekommen hatte.

Tsunade hatte das Buch wieder geöffnet und die das Kapitel über die Vampire aufgeschlagen. Sie suchte nach den Unterarten, um genauer festlegen zu können, was für eine Art Vampir Naruto war. Viel war dort allerdings nicht zu lesen, weshalb sie das Buch wieder schloss und sich etwas anderes überlegte. Diese analysierende Befähigung war definitiv ungewöhnlich und es interessierte sie daher sehr, wie weit das wohl ging.
»Wären die hier Anwesenden mit einem Experiment einverstanden?«, fragte sie in den Raum.
»Welcher Art?«, wollte der Nara wissen.
»Jeder von uns pickst sich einmal in den Finger und Naruto erzählt uns anhand des Bluttropfens, was er erkennt«, schilderte sie ihr Vorhaben.
»In dem Fall muss ich passen. Vampire vertragen nur Blut von lebenden Wesen«, erklärte Danzo. »Und dämonisches Blut sollte er auch nur im absoluten Notfall zu sich nehmen«, setzte er auf Kurama deutend noch hinterher.
Der Rest stimmte dafür. Offenbar waren sie alle neugierig, wie weit Narutos Befähigung aus dem Blut zu lesen ging. Immerhin hatte er auch Kakashis Blut, Blutgruppe und Alter rauslesen können. Was las er wohl bei ihnen?
Den Anfang machte Iruka, der sich erst in den Finger pikste und ihn dann Naruto hinhielt. »Ne danke. Da rieche ich jetzt schon den bestialischen Gestank von Knoblauch dran. Das nehm ich sicher nicht in den Mund!«, meinte der Vampir beleidigt, verschränkte die Arme vor der Brust und sah darauf demonstrativ in die Richtung.
»Du riechst echt noch Knoblauch? Das ist doch schon 3 Tage her, dass ich welchen gegessen hab«, staunte Iruka.
»Ich rieche den gar nicht«, meinte der Fuchs. Er war auch näher getreten und hatte am blutigen Finger gerochen.
»Ist dir was bezüglich Knoblauch und die Wirkung auf Vampire bekannt?«, wand sich Tsunade an Danzo.
»Direkte Wirkung hat es nicht, aber für Vampire ist der Geruch wohl schlimmer, als in einer Kloake übernachten zu müssen«, erzählte die Mumie.
»Naruto hast du es vorher schon an Iruka gerochen?«, wollte die Senju diesmal von Naruto wissen.
»Ne, erst jetzt«, meinte der Blonde angeekelt.
»Dann probiere es bitte trotzdem. Nur dieses eine Mal. Damit wir sicher sein können, dass es wirklich nur stinkt und nichts anderes«, meinte sie darauf.
»Und warum?«, wollte Naruto leicht genervt wissen.
»Weil unsere potenziellen Blutspender sich sicher wundern würden, wenn die neuste Auflage beinhaltet, dass man über mehrere Wochen vor der Blutspende keinen Knoblauch mehr gegessen haben darf. Dass wir mit ihrem Blut im Notfall auch einen Vampir durchfüttern, müssen die nämlich nicht wissen«, erklärte Tsunade ruhig.
Seufzend atmete Naruto nochmal durch, bereute es aber sofort, denn der Knoblauch stänkerte ihn noch immer so abartig an. Es kostete ihn einige Mühe sich selbst zu überwinden, aber er tat schließlich wie verlangt.
Und es geschah nichts.
Er schmeckte den Knoblauch nicht einmal raus.

Erleichtert seufzte Naruto und meinte »Alles gut. Da scheint wirklich nichts zu passieren. Oder die Menge an Knoblauch im Blut war mittlerweile zu gering, um noch zu wirken.«
»Gut, dann müssten wir das später nochmal testen, mit mehr Knoblauch«, meinte die Senju.
Als Nächstes stach sich Shizune in den Finger.
»Blutgruppe B und bist du echt schon 30?«, fragte Naruto verwundert. Shizune nickte bestätigend, worauf er meinte »Siehst definitiv jünger aus, aber auf natürlichem Weg. Nicht wie unsere Schummlerin«, wobei er auf Tsunade deutete.
Grinsend umarmte Shizune den kleinen Vampir und gab ihm einen Kuss auf den Haaransatz für dieses niedliche Kompliment. Zwar war Naruto davon etwas überrascht, sagte aber nichts dazu.
»Ansonsten kann ich daraus nur noch erkennen, dass du recht viel Kaffee trinkst und dich ansonsten sehr gesund ernährst«, führte Naruto seine Analyse fort.
Shikaku Nara stach sich als Nächster und nach einer kurzen Kostprobe zählte Naruto auf: »Blutgruppe AB, 41 Jahre alt, gesund, gesunde Ernährung« und wurde dann unterbrochen.
»Falsch«, meinte Inoichi und sah dabei aber nicht zu Naruto, sondern mit feixenden Blicken zum Nara: »Shikaku ernährt sich nicht gesund. Er ernährt sich nämlich gar nicht, da seine aller Liebste Herzensdame in zwangsernährt!«
»Gar nicht wahr!«, kam es darauf Shikaku.
»Doch wahr! Du darfst mittlerweile nicht mal mehr woanders essen, damit sie auch haargenau kontrollieren kann, was du isst«, bekräftigte Inoichi seine Aussage.
Der Nara grummelte nur, verschränkte die Arme vor der Brust und drehte sich eingeschnappt weg.
»Sowas kann ich nicht erkennen. Ich schmecke nur, was drin ist und nicht wie es in den Körper gelangt«, meinte Naruto schlicht. »Was mich allerdings schon interessieren würde, wieso hast du Milch von einem Großwild im Blut?«
»Das könnte von heute Morgen sein, als Niki wieder Probleme beim Säugen hatte. Da ist mir was auf die Hand getropft und ich hab es dann einfach runtergeleckt«, erklärte Shikaku darauf etwas ruhiger.
»Und Niki ist eine Hirschkuh, die mit ihrem Kitz bei uns auf dem Grundstück lebt«, setzte er noch hinterher.
Für einen Moment starrte Naruto den Mann noch an, ging aber nicht weiter darauf ein. Stattdessen wand er sich Inoichi zu und wartete auf dessen »Kostprobe«.
Als er diese schließlich auch intus hatte, überlegte er nicht lang »Wow, dein Cholesterinspiegel ist echt katastrophal … und leicht erhöhte Leukozyten hast du auch«, stellte Naruto fest.
»Shizune würdest du bitte etwas für eine Blutabnahme holen? Das möchte ich mir genauer ansehen!«, meinte Tsunade darauf sehr unnachgiebig. Die Angesprochene verließ auch sofort den Raum, um alles Notwendige zu besorgen.
Seufzend setzte sich Inoichi auf den letzten freien Stuhl. Er war sich sicher, dass er aus diesem Raum nicht mehr rauskommen würde, ehe Tsunade ihm Blut abgezapft hatte.
»Tsunade, du bist die Letzte«, meinte Naruto währenddessen. Kurama war ein Dämon und durfte daher nicht. Danzo war als Untoter offenbar für das Vorhaben ungeeignet. Warum genau würde er noch aus der Mumie rauskitzeln.
Kaum hatte Naruto das Blut von Tsunade im Mund, verschlug es ihm die Sprache und er riss die Augen auf, weil er nicht glauben konnte, oder eher wollte, was er daraus lesen konnte.
»So schlimm?«, fragte die Senju verwundert.
»Ähm, also … Das kommt ganz darauf an, aus welcher Perspektive man es betrachtet. Wobei ich mir bei dir sogar denken kann, dass du weniger erfreut sein wirst«, gab Naruto zunächst von sich.
»Und was ist nu?«, wollte Tsunade trotzdem wissen.
»Naja«, meinte er und eine längere Pause entstand, in der er sich überlegte, wie er seine Worte am Besten verpackte. Nur fand er keine passende Lösung, weshalb er sich für die direkte Variante entschied. Kurz und schmerzlos »Du bist schwanger«
Diese Botschaft hatte Tsunade zur Salzsäule erstarren lassen und als wäre das noch nicht genug, setzte Naruto nochmal nach. »Und das bist du jetzt definitiv seit 3 Wochen, es sind zweieiige weibliche Zwillinge und der Vater ist Jiraiya!«

Als kurz darauf Shizune wieder in den Raum trat, hatte sie zwei Personen dabei, die wohl ebenfalls auf den Weg zu Naruto waren und die sie daher kurzerhand mitgenommen hatte.
»Ähm, Tsunade? Alles in Ordnung?«, sprach Jiraiya, als er den Raum betrat und den abgrundtief schockierten Blick von Tsunade erkannte.
»Ich fürchte, sie ist weggetreten«, meinte Naruto darauf.
»Wegen dem, was du über ihr Blut gesagt hast? Oder war es was anderes?«, wollte diesmal Shizune wissen.
»Ersteres«, meinte Naruto schlicht, während er ihren Puls kontrollierte. Der war aber in Ordnung.
»Shizune hat uns ja ein bisschen was erzählt«, meinte Kakashi dann. Er war hinter Jiraiya in den Raum getreten. »Auch, dass du mein Blut getrunken hast«
»Ähm, ja«, meinte Naruto leicht verlegen. Es war ihm etwas peinlich, dass es so war. Die Reaktion wunderte ihn zwar, aber er schob es darauf, dass er in den Hatake verknallt war. Fasziniert war er allerdings davon, dass auch Kakashi etwas rot wurde. Nur ein bisschen, aber doch ersichtlich.
»Und was ist jetzt mit Tsunade?«, wollte dann Jiraiya wissen.
»Sie ist schwanger«, meinte Naruto zunächst und musste sich zusammenreißen, dass er über Jiraiyas geschocktes Gesicht nicht lachte. Stattdessen meinte er »mit Zwillingen, die sie zweifellos von dir haben muss.«
Obwohl er immer gedacht hatte, Jiraiya würde nichts so schnell umhauen, hatte diese Nachricht es geschafft und der weißhaarige Sannin betrachtete darauf erstmal seine Augenlieder von innen.

4 Gedanken zu „Another Vampire Story #7“

    1. Ich hatte zwar vorab schonmal eine Idee, wo sie ebenfalls Mutter war/wurde, aber bisher wurde die nicht veröffentlicht. Ist daher jetzt das erste Mal für mich, dass ich sie in dieser Rolle habe und andere lesen davon. Schön, wenn es gefällt 😀
      Und ich bin auch froh darüber, dass du auch auf den neuen Blog gefunden hast. Hatte etwas schiss, dass ich hier jetzt plötzlich gar keinen Leser mehr hab.
      lg
      Mike

      1. Haha ne deine Geschichten sind zu gut als das ich sie einfach aufgeben würde und außerdem hast du die Seite ja verlinkt.
        So schnell werd ich nicht gehen ^^

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