Another Vampire Story #11

Vom Rande des Dorfplatzes, auf einem der Dächer, beobachteten Sakura und Iruka, wie die Bewohner von Konoha sich auf dem Dorfplatz versammeln. Es war die Bitte des Älteren gewesen, dass sie nochmal dorthin gehen. Der Mann hatte eine enge Bindung zu Naruto und es war verständlich, wenn er um den blonden Chaoten trauerte. Vorausgesetzt, dass Iruka nichts von der Wandlung zum Vampir wusste. Aber das war nicht der Fall. Iruka war selbst anwesend gewesen, als sich dieses Detail ergeben hatte. Warum der Mann derzeit so missmutig drein schaute, war der jungen Kunoichi daher schleierhaft.
»Die Meisten sind schon da. Sie fangen sicher bald an«, kommentierte Sakura, was sie gemeinsam beobachten konnten. Der Mann zu ihrer Rechten sagte nichts dazu und starrte nur finster auf die Menge hinab.
»Komm schon Iruka. Sei ihnen nicht bös. Narutos Tod ist nicht ihre Schuld«, versuchte Sakura die Gedanken des Mannes in eine andere Richtung zu lenken.
»Und trotzdem werden sie seinen Tod begeistert bejubeln«, grummelte der Ältere entgeistert.
Grinsend sah Sakura zu ihrem ehemaligen Sensei auf. »Ja, dass werden sie.«
Schockiert sah Iruka auf sie hinab. Er konnte nicht fassen, wie locker Sakura damit umging.
Die Kunoichi schien davon eher amüsiert und kicherte. »Sie werden sich freuen, jubeln und dann vom Rat einen ordentlichen Dämpfer bekommen.«
Darauf seufzte sie und sah wieder zur Menschenmenge auf dem Platz. »Ich würde auch zu gern den Schrecken in ihren Gesichter sehen, wenn sie erfahren, dass sie durch Narutos tot den letzten Schutz vor dem Fuchs verloren haben, aber Tsunade hat anderes für uns geplant.«
Nickend stimmte Iruka zu.
Um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden, schnappen sie sich ihre Einkaufstüten und machten sich auf den Weg zur Wohnung des Uzumaki. Sie hatten Getränke und Snacks besorgt, bevor die Läden wegen der Versammlung schlossen.

Erschöpft warf Kakashi einen Müllsack in die Tonne vor dem Haus. Mit einem prüfenden Blick in den Himmel lokalisierte er darauf die aktuelle Position der Sonne. Sie war ein gutes Stück gewandert. Nachdem Tsunade sie entlassen hatte, waren sie zur Wohnung ihres »toten Kameraden« gegangen. Laut Shikamaru war etwas mehr zu tun, als man erwarten würde, denn nur er kannte Narutos geheime Kammer und wusste, was dort drin war. Da sie fertig sein wollten, bevor die Versammlung beendet war, hatten sie sofort begonnen. Sie hatten jedoch nicht damit gerechnet, dass es trotz ihrer Anzahl so lang dauern würde, bis sie mit dem Hauptteil der Wohnung fertig waren.
»Das war der letzte Sack voller Müll«, schnaufte Choji neben ihm. Der Deckel der Mülltonne klapperte geräuschvoll.
Es hatte viel Müll in der Wohnung gelegen, aber das war keine Überraschung. Alle kannten sie Narutos Sinn für Unordnung. Früher hatten sie die Wohnung daher möglichst nicht betreten, oder nur flüchtig überflogen und das Chaos ansonsten ignoriert. Jetzt beim Ausmisten war aufgefallen, dass diese Müllberge gut sortiert waren und einem gewissen Schema folgten. So hatte es Shikamaru bezeichnet. Offenbar hatte es was damit zutun, was in der geheimen Kammer war, aber mehr wollte der Junge nicht dazu sagen.
»Wer weiß, was im letzten Raum auf uns wartet. Vielleicht können wir dort direkt weitermachen mit der Müllentsorgung«, war von Ino zu hören. Kakashi drehte sich gerade noch rechtzeitig zu ihr, um ihren genervten Blick zu erkennen. Sie rollte mit ihren Augen und war ganz offensichtlich alles andere als begeistert.
»Laut Shikamaru gibt es dort auch Müll, aber wir würden ihn nicht als das erkennen«, erzählte der Hatake. Wie genau das gemeint war, wusste er allerdings nicht und er hatte auch nicht nachgefragt. Sie würden es ohnehin gleich sehen.
Bevor es mit dem letzten Raum weiter ging, warteten sie jedoch noch, bis alle Erben anwesend waren. Shikamaru hatte sich geweigert, die Tür vorher zu öffnen. Auch Iruka sollte es sehen, weshalb Sakura ebenfalls nicht anwesend war. Sie hatte den Umino aufgesucht, um mit ihm zur Wohnung zu kommen.
Kläffend sprang Akamaru zunächst um seinen Herrn herum und schließlich die Straße entlang. Als Kakashi ihm nachsah, erkannte er zwei Personen, die auf sie zu kamen.
»Damit wäre wir also vollzählig«, meinte Kiba gelassen.
Mittlerweile befanden sie sich alle vor dem Haus und hatten auf die Nachzügler gewartet. Bis auf Shikamaru, der innerhalb der Wohnung irgendwas plante.

Die Anwesenheit von Iruka und Sakura auf den Dächern am Versammlungsplatz war nicht unbemerkt geblieben. Einige Anbu hatten sie gesehen und Jiraiya berichtet, der in Vertretung von Tsunade das Kommando hatte.
Schon am Abend zuvor hatte Tsunade sämtliche Anbu versammelt und ihnen von der Schwangerschaft erzählt. Im gleichen Zuge offenbarte sie Jiraiya als ihren Partner und direkten Vertreter, auch im Bezug auf ihre Pflichten als Hokage, denen sie aufgrund ihres risikoreichen Zustands vorerst nur noch begrenzt nachkommen konnte. Die Anbu waren klar überrascht, akzeptierten diese Entscheidung aber vorbehaltlos und sahen somit auch in Jiraiya ihren Chef.
»Sie sind fort«, berichtete ein Anbu mir einer Vogelmaske. Zweifelsohne bezog der Mann sich auf Sakura und Iruka.
»Noch früh genug«, dachte sich Jiraiya. Bis zum Beginn der Versammlung würde es nicht mehr lang dauern. Ein anderer Anbu hatte erst kürzlich berichtet, dass die Godaime den Hokageturm verlassen hatte.
»Lasst sie ziehen. Sie haben eine Aufgabe zu erledigen«, meinte Jiraiya nur. Seine Gedanken waren woanders. Den ganzen Tag schon. Es fiel ihm ungewöhnlich schwer, sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Das kam nicht oft vor. Seine bevorstehende Vaterschaft war nur eine von vielen Ablenkungen, die seine Gedanken ständig abdriften ließen. Die Sorgen um das demnächst Kommende waren gleichermaßen präsent.
Zwar hatte Danzo gezeigt, dass ein Untoter durchaus mit den Sterblichen zusammenleben konnte, aber eine Mumie war nicht mit einem Vampir vergleichbar. Es konnte unglaublich viel schiefgehen. Ein falsches Detail zur falschen Zeit und das Dorf würde Senko erneut mit Ablehnung strafen. Zwar würden sie nicht wissen, dass es sich bei ihm um den Jungen handelt, dessen Todesnachricht sie in Kürze präsentiert bekamen, aber das machte es nicht besser. Ein Leben in Ausgrenzung war schlimm genug. Er konnte nur hoffen und beten, dass der junge Vampir nicht mit Gleichem bestraft wurde.
Nach und nach trudelten auch die Ratsmitglieder ein. Auch Koharu und Homura, die diesmal ohne Danzo unterwegs waren. Wie auch alle anderen Mitglieder des Rats zuvor versuchten sie, von dem Sannin mehr zu erfahren.
»Jiraiya wisst ihr, welchen Zweck diese Versammlung hat?«, fragte Homura, als sie den Sannin erreicht hatten.
»Danzo schien es zu wissen, aber er zog es vor, uns nichts zu erzählen«, fuhr Koharu fort.
»Ich weiß, worum es geht. Danzo ebenfalls. Er kümmert sich auf Tsunades Befehl hin um das Problem«, berichtete Jiraiya dem Duo.
»Dann konnte er uns also deswegen nicht begleiten«, sprach Koharu ihre Gedanken laut aus.
»Und was ist los? Hat das etwas mit der seltsamen Krankheit unseres Jinchuurikis zu tun?«, hackte Homura nach.
»Wartet es ab. Tsunade trifft in Kürze ein und dann wird sich alles klären.« Gleiches hatte Jiraiya auch schon zu den anderen Ratsmitgliedern gesagt.
Sie hatten alle einen Zusammenhang zu Naruto hergestellt. Der gesamte Rat wusste schon seit Tagen von der Krankheit. Zwangsweise. Zu Anfang hatte auch niemand gewusst, ob sich daraus eventuell eine Epidemie entwickeln könnte.
Auch die beiden Ältesten akzeptierten vorerst, dass sie keine weiteren Details von ihm bekamen, und stellten sich zum Rest des Rates. Es fehlte nur noch Asuma, der wegen der Räumung von Narutos Wohnung nicht kommen würde, und Shikaku, der sich noch immer an Tsunades Seite befand. Ansonsten waren alle da. Sogar Inoichi, der bis vor Kurzem ebenfalls im Büro der Hokage anzutreffen war.

Es war schließlich kaum mehr als eine Stunde vergangen, seit die Teams das Büro der Hokage verlassen hatten, als Tsunade und Shikaku am Dorfplatz eintrafen und das Dorf über den Tod des Jinchuurikis informierten.
Der Großteil des Dorfes reagierte wie erwartet. Mit Jubel und Gelächter. Obwohl Tsunade diese Reaktion bereits erwartet hatte, ging ihr diese Tatsache näher als erwartet, weshalb sie sich kurz mit Shikaku absprach und ihm das Wort überließ. Sie würde sich jetzt nur noch mehr aufregen und das war Gift für ihre Kinder.
»Die Hokage bat mich, euch einige Dinge zu der Situation zu erklären«, begann der Nara. Wurde kurz darauf aber auch schon durch Zwischenrufe unterbrochen.
»Warum macht die Godaime es nicht selbst?«, wollten einige wissen.
»Unsere Godaime Hokage Tsunade befindet sich derzeit in einem besonderen Zustand, der übermäßige Anstrengung, Stress und Aufregung untersagt. Kurz gesagt, sie ist schwanger. Sie bemüht sich daher selbst zur Ruhe und hat mir das Wort überlassen«, erklärte er sachlich. Zum Glück hatte Tsunade ihm vorab schon genehmigt, dass er diesen Fakt erwähnte. »Ich weiß, die Meisten von euch waren immer gegen Naruto und egal was wir sagen, wird an eurer Meinung nichts ändern. Es gibt allerdings auch Menschen in diesem Dorf, die waren nicht gegen ihn und mochten ihn sogar. Tsunade war eine von ihnen und dementsprechend ist es derzeit schon schwer genug für sie, mit seinem Tod umzugehen und gleichzeitig ihren eigenen Körper nicht zu vernachlässigen. Gebt ihr also bitte etwas Zeit und die Ruhe, um das alles zu verkraften«, bat er anschließend. Darauf ließ er den Bewohnern einen Moment Zeit, um erstmal diese Botschaft zu verdauen. Er selbst drehte sich kurz zur Senju und bekam von ihr ein Nicken und ein Lächeln als Zeichen, dass alles in Ordnung war.
»Zu dem, was ich euch eigentlich mitteilen sollte: Naruto war der Jinchuuriki von Konoha und hatte damit einen besonderen Stellenwert. In vielerlei Hinsicht. Sein Part als Gefäß für den Fuchsdämon war nicht nur der Grund, warum ihr ein Problem mit ihm habt, es war gewissermaßen auch Schicksal, denn er war ein Uzumaki und so, wie zuvor schon Mito Uzumaki Senju und Kushina Uzumaki, verfügte nur er als Uzumaki über die notwendigen körperlichen Eigenschaften, um die Versiegelung des Kyuubi zu überleben. Naruto war der Letzte seines Clans. Weitere Uzumaki gibt es nicht mehr. Damit haben wir jetzt ein Problem, denn mit seinem Tod gibt es jetzt auch niemanden mehr, der den Fuchs an seiner Stelle in sich aufnehmen könnte«, begann Shikaku seine Erklärung zum Thema »Letzter Jinchuuriki«.
Bereits jetzt konnte er erkennen, wie sich im Dorf etwas änderte. Die anfängliche Heiterkeit, die durch die Todesnachricht begonnen hatte, war umgeschwungen in Unglauben, einen Hauch Reue und Angst.
»Derzeit befindet sich Narutos Leichnam in der Zentrale des Root, wo er von Danzo und den Anbu-ne bewacht wird. Sie sorgen dafür, dass der Fuchs vorerst bleibt, wo er ist und suchen nach einer Möglichkeit, um den Bijuu alternativ zu bändigen. Sollte das nicht möglich sein, wird man Narutos Körper zeitig vor einem Ausbruch fortschaffen, um das Dorf nicht zu gefährden. Mehr gibt es dazu derzeit nicht zu sagen. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden«, schloss der Nara seine Erklärung zu der Situation.
»Und es kann hier wirklich nichts passieren? Wir sind auch weiterhin sicher?«, fragte wieder jemand aus dem Dorf.
Kurz sah Shikaku zu Tsunade und sie nickte erneut.
»Auf jeden Fall«, versprach der Nara. »Sollte etwas passieren, dass eure Sicherheit gefährdet, wird sofort zur Evakuierung ausgerufen. Selbst dann, wenn es letztlich unnötig war. Eure Sicherheit geht vor.«
Da keine weiteren Fragen mehr gestellt wurden, berichtete Shikaku zudem von der Entscheidung Tsunades, dass Jiraiya künftig ihr direkter Vertreter war und damit gleichermaßen über volles Entscheidungsrecht verfügte. Der Schwangerschaft wegen.

Während sie die Meute auf dem Platz zurück in ihre Geschäfte oder Wohnungen begab, oder auch woanders hin, blickten Shikaku, Tsunade und Jiraiya auf das Dorf hinab.
»Vielleicht sollten wir noch Gaara nach Konoha bitten. Soweit ich weiß ist Naruto mit ihm befreundet und mit einem weiteren Jinchuuriki, der uns dabei hilft einen Pseudoausbruch des Neunschwänzigen zu verhindern, wirkt unsere Story noch dramatischer«, schlug Shikaku vor.
Tsunade musste sich ein gehässiges Lachen verkneifen, weil sie mit der Aktion den Dörflern ordentlich Muffensausen verpassen würde. Allerdings sollte das niemand mitbekommen, weshalb sie sich zügelte.
»Am Besten laden wir ihn zu Narutos Beerdigung ein. Seine Geschwister ebenfalls und was wirklich los ist, erfahren sie, sobald sie hier sind. Die Drei haben das gleiche Recht auf die Wahrheit, wie Narutos hiesige Freunde«, erweiterte Jiraiya den Gedanken.
Darauf zogen auch sie sich zurück. Alles Weitere würden sie im Büro besprechen.

2 Gedanken zu „Another Vampire Story #11“

  1. Hi.

    Och jetzt haben sie wohl auf einmal Angst?
    Ganz ehrlich, Kurama sollte einen groß teil des Dorfes zerstören dürfen, dieses Dorfpack hat es nicht anders verdient, denn man freut sich nicht, wenn jemand gestorben ist, aber gut, ich denke mal das sie Schiss haben wird für sich strafe genug sein und auch das sie den letzten Wunsch ihres Helden missachtet haben.

    Bin gespannt wie es weiter geht.
    Bye

  2. Hey^^,
    das Verhalten der Dorfbewohner ist echt unterste Schublade und ich wünsche ihnen das selbe Leid, welches sie Naru angetan haben.

    Für Naru hoffe ich das er endlich das Leben leben darf. So wie es ihm verweigert wurde und so wie er’s verdient hat.

    Das mit dem geheimen Raum von Naru machst du echt spannen, ist ja kaum aus zu halten ^^

    Lg
    Fabel

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